Neue Kamera eingezogen

Panasonic Lumix S1R und 24-105mm Review


Zum Jahresende hat eine meiner Olympus OM-D E-M1 das Zeitliche gesegnet und ich hab mich nach Ersatz um gesehen. Im Moment gar nicht so einfach! Olympus hat für mich nichts Attraktives im Angebot und Panasonics mFT-Sachen machen wenig Sinn für mich.

Deshalb nicht, weil ich noch gerne meine FT Objektive nutze und die wegen des fehlenden PDAF nicht wirklich nutzbar an Panasonic Bodys sind.

Nikkore habe ich auch ein paar und da lag die Idee nahe, mir mal die Z6 an zu sehen. Wenn schon eine Neue ins Haus kommt, warum nicht auch mal die Kleinbild Kameras genauer ansehen…

  • Grundsätzliche Überlegungen

  • Details zum Handling und Technik

  • Details zur S1R

  • Zusammenfassung

1. Grundsätzliches

Die Z6 gefällt mir vom Handling her gar nicht und auch der eine XQD bzw cfExpress Slot macht für mich keinen Sinn. AF wäre OK gewesen, aber kein Grund sie mir unbedingt trotz der Nachteile zu zu legen. Sucher war OK, aber das Paket eben für mich nicht stimmig

Sony gefiel mir da besser, aber eigentlich nur in Form der a9, was wiederum dann ein extrem teures Vergnügen wäre. Zumal ich die nicht als Hauptkamera einsetzen wollen würde. Lowlight und Portrait mache ich da einfach zu selten mit.

Canon mag ich einfach nicht, also keine Option.

Blieb noch Panasonic mit der S1/R als Möglichkeit. Meine Güte sind die teuer 😉 Die Bodys sind im Preisgefüge noch halbwegs passend, wenn auch eher teuer. Die Objektive aber allesamt groß, schwer und sehr teuer. Auch wenn man auf Sigma ausweicht, so bleibt es doch dabei. Es fehlen also kompakte und leichte, dabei noch bezahlbare Objektive.

Ich denke, dass da in Zukunft auch noch was nachkommt was kleinere und bezahlbare Linsen angeht und die L-Mount Allianz jetzt erstmal die Creme abschöpft, aber im Moment? Puhhhh….

Und wie es dann manchmal so ist, hab ich die Möglichkeit gehabt, auch wenn das eigentlich gar nicht meine 1. Wahl war, die S1R inkl dem 24-105mm nagelneu zu einem wirklich guten Preis zu bekommen. So gut, das ich zur S1R gegrifen hab, obwohl mir die 47 MP für meine Arbeit zu viel sind. Da sich die Panasonic Lumix S1 aber von der S1R nur durch den Sensor unterscheidet, und der Preis nur für diese Kombi galt, hab ich dann die genommen.

Aber Sigma hat ja den MC-21 Adapter. Der ist zwar nur für Sigmas Art-Linsen programmiert (entweder mit Sigma SA- oder aber mit Canon EF-Bajonett), aber den haben schon einige erfolgreich mit diversen Canon und auch Tamron Objektiven getestet. Also stünden einige interessante Objektive zur Verfügung. Alle nur mit AF-S, aber immerhin mit Eye-AF und auch sonst allen Möglichkeiten was die Belichtung angeht. Wichtig war mir, dass er auch abgedichtet ist. So ist zusamen mit der S1R, dem MC-21 und dem Tamron 17-35mm alles wetterfest!

Jetzt gehören die Panasonic S1R, der Sigma MC-21 Adapter und noch das Tamron 17-35mm F/2.8-4 Di OSD mit EF-Bajonett zu meiner Ausrüstung (mehr zum Tamron an der Panasonic Lumix S1R hier). Einen No-Name Adapter für Nikon G (AF-S und G Objektive können damit auch manuell in der Blende verstellt werden) hab ich auch noch dazu genommen und jetzt kann ich meine sämtlichen Nikkore, zwar manuell aber dafür komplett, an der S1R einsetzen.

Was mich überrascht ist, dass sowohl das echt alte Nikkor AF-D 50mm f1,8 als auch das Yongnuo 35mm f2 eine gute Figur am 47 MP Sensor machen. Natürlich kann man die nicht mit den Hochleistungslinsen von Panasonic oder Sigma vergleichen, aber für den Preis sind die hervorragend wenn man ihre Schwächen kennt und sie entsprechend einsetzt.

No-Name Adapter für Nikon auf L-Mount:

Um das Paket komplett zu machen, sind noch 2 Akkus dazu gekommen und irgendwann kommt vlt noch ne Telebrennweite ins System. Wobei ich mir da noch nicht ganz sicher bin, denn da stehe ich mit Olympus gut da.

Was mich auch zur Lumix S1R gezogen hat, war die Möglichkeit meine vorhandenen Godox Blitze einfach mit der Lumix S1R weiter zu nutzen. Da Olympus und Panasonic das gleiche TTL-Protokoll nutzen, kann ich das 1 zu 1 auch auf der S1R einsetzen.

2. Details

Kommend von der EM-1 ist die S1R riesig und wiegt spürbar mehr. Vorab hatte ich natürlich Vieles gelesen und andere die die Kamera getestet hatten sprachen vom besten Anfassgefühl aller Kameras etc….

Ich finde die EM-1 schon ziemlich gut, wenn ich den Batteriegriff drunter habe. Ohne ist sie mir eindeutig zu klein. Ergonomisch ist sie super aber kann für mich auch gerne etwas mehr Substanz haben. Die S1R dagegen ist wie eine DSLR a la D850 oder 5D. Allerdings könnte sie für mich, auch wenn es auf Bildern nicht so aussieht, gerne einen tieferen Griff haben. Das Gehäuse ist nämlich ziemlich ´mächtig` sprich tief und der Griff ist zwar gut, aber trotzdem für mich nicht so tief, das ich die Kamera ganz mit meiner Hand greifen kann. Ich hab aber auch Pranken….

Trotzdem läßt sie sich sehr gut halten!

Was mich immer noch echt irritiert ist der Umstand, dass das Bajonett komplett anders alle anderen funktioniert. Beim L-Mount liegt der Punkt für´s mounten von vorn gesehen unten links und auch der Entriegelungsknopf liegt da. Ich bin da noch immer viel am Fummeln, um das Objektiv anzuflanschen. Allerdings ist der Weg um es zu verriegeln, super kurz und das macht es sehr angenehm. Ich denke früher oder später werd ich mich dran gewöhnt haben.

Sehr schön finde ich das Layout zur Bedienung! Ich bin ein Freund von vielen direkten Tasten und von Oly was die Individualisierung angeht schon sehr verwöhnt. Die S1R ist da genau richtig! Dazu kommt das wirklich gute Menüsystem. Da kann Olympus sich noch ne ordentliche Scheibe abschneiden.  Sehr logisch und aufgeräumt. Besonders gefällt mir das “Q”uick Menü, das mich sehr an das SCP meiner EM-1 erinnert, mit dem Unterschied das es noch zusätzlich konfigurierbar ist.

Der AF war für mich einer der Gründe es mit der S1R zu versuchen. Von Sony denke ich immer noch, das sie derzeit die Spitze im Bereif AF bei den Spiegellosen darstellen. Nikon liegt deutlich dahinter und Oly hat immer noch sehr mit dem AF-C zu kämpfen. Der Af der S1R liegt zwar nicht auf a9 Niveau, aber doch nah. Mit dem Update auf FW 1.3 ist der schon sehr gut geworden (Auslieferung meiner S1R war mit FW 1.0).

Schön ist auch die Möglichkeit den AF sehr individuell einzustellen was Feldabdeckung und Empfindlichkeit angeht. Das kenn ich von Oly so nicht. Man kann bei der S1R frei festlegen welche AF-Felder genutzt werden sollen und wie fein der AF am Motiv klebt. Wenn Panasonic jetzt weiter an der FW schraubt, dann werden die auch ohne bald ohne PDAF super mithalten mit Sony.

Dazu kommt die hervorragende Implementierung des Fokuspeakings! Das kann man sowohl in Farbe als auch Empfindlichkeit anpassen. Mit manuellen Objektiven springt das sofort an, sobald ich den Fokusring drehe. Die Kamera erkennt also, das der Fokus sich verschiebt und bietet mit dem Peaking eine Hilfestellung, die so selbst früher mit den Schnittfokusmattscheiben nicht zu bieten war. Das PEaking hab ich mir ins Q-Menü gelegt und kann das, ebenso wie den IBIS/Stabi, ratzfatz um- oder auch ein/ausschalten.

Als wenn die 47 MP nicht schon massig wären, gibt es noch den HiRes-Mode. Aus 8 Bildern wird eins mit doppelter Auflösung (also 187 MP) berechnet. Seit FW 1.3 gibt es dabei den Mode 2 bei dem eins der 8 genutzt wird, um Bewegungen raus zu rechnen. So ist bei Bewegungen im Bild auch der HiRes-Mode nutzbar und nicht mehr nur bei komplett sttischen Motiven. Man braucht immer noch ein Stativ, aber es geht eben auch mit Verschlußzeiten bis 1sec!

ISO ist für meine Verhältnisse bis ISO 6400 sehr gut nutzbar! Das macht viele Aufnahmen möglich die ich mit meiner Olympus nicht schaffe. Gerade auch in Verbindung mit dem hervorragenden IBIS. Ich würde den IBIS von Oly zwar etwas besser bewerten, aber trotzdem ist der von Pana hervorragend! Da viele Bilder ja auch runter skaliert werden oder im Druck bis A4 max A3 liegen, wäre auch ISO 12800 problemlos.

Ich fühl mich, als ob ich eine Oly mit KB Sensor hätte 😉

Blitzen ist wie beschrieben mit den Godox kein Problem bis auf eine Einschränkung. Die S1R schaltet bei einem Fremdgerät den Serienbildmodus auf Einzelbild um. Das ist bei einfachen Sachen wie Portraits kein Problem, aber bei Events ist das schon sehr ärgerlich. Aber die Kamera löst schnell aus und wenn man einen schnellen Finger hat, dann kann man auch mit Einzelbild klar kommen. Solange der Blitz geladen ist werden die Bilder auch was.

Eine weitere Einschränkung gibt es noch, wenn man mit dem X1T-O im HSS/FP Modus blitzen will. Da haut die Synchronisation nicht hin. Es gibt immer einen zu hellen Streifen im Bild was sich auch nicht durch eine Anpassung der Synchro im X1T-O lösen läßt. Hier hoffe ich auf eine Lösung durch Godox, denn mit Profoto klappt es seit dem FW-Update ja auch…..

Der Sucher ist zZt das Beste was man kriegen kann. Klar, verzögerungsfrei, super groß und hat eine tolle Farbdarstellung. Sehr gut ist die Fokuslupe und das individuell Peaking kann ich Farbe und Sensitivität angepaßt werden. Ungewöhnlich fand ich dagegen die Lösung beim AF manuell einzugreifen. Da muß man erst den AF auslösen und kann dann manuell gegensteuern. Sonst hab ich an der Oly immer einfach AF/M eingestellt und kann dann einfach jederzeit manuell oder per AF fokussieren. Einen Tod muß man sterben….

Das Lumix S 24-105mm f4. Wird als Kitobjektiv verkauft, ist aber mit das beste “Kitobjektiv”, dass ich kenne. AF ist sehr fix, sehr wertig gemacht und stabil (Meines ist mir zur Einweihung natürlich gleich einmal aus den behandschuhten Händen beim Wechseln auf den Asphalt gerutscht. Ausser ein paar kleinen Kratzern am Bajonett, nichts weiter passiert.) Hat Makrofähigkeiten für den Alltag. Ist mit f4 ausreichend schnell. Wird wie das Oly 12-60 f2,8-4 SWD an der EM-1 mein Standardobjektiv an der S1R werden.

Es gibt sicher noch ne Menge mehr, aber das werde ich im Laufe der Zeit noch bei Bedarf ergänzen.

3. Details zur S1R

Im Unterschied zur S1 hat die S1R lediglich andere Videofunktionen und natürlich einen anderen Sensor. Dadurch bedingt ist natürlich auch der Puffer nicht so aufnahmefähig. Da ich kein Video aufnehme ist der Bereich für mich nicht relevant. Für Sport/Events/Wildlife wäre die S1 mit weniger MP und der größeren Pufferkapazität besser geeignet.

Der ISO-Bereich ist im Vergleich zur S1 etwas eingeschränkter, aber ich glaube das ISO jenseits 25600 für die Allerwenigsten interessant sind. Für die Specs empfehle ich Digitalkamera.de

4. Zusammenfassung

Insgesamt ist die S1R eine wirklich gelungene Kamera! Sie ist zwar schwer und recht voluminös, aber läßt sich gut bedienen, bietet eine Unmenge Möglichkeiten und ist hart im Nehmen. Für mich gibt es keinen Weg mehr, das ich noch Spiegelreflexkameras in die Hand nehme. Allein das der AF über das gesamte Bild nutzen läßt, der Sucher alle relevanten Bilddaten schon vor der Augnahem anzeigt (Belichtung und WB!) und der hohe Grad an Flexibilität sind so super, das “alte Technik” da nicht mehr mithalten kann.

Der AF mit adaptierten Objektive arbeitet bis auf AF-C super. Der ist natürlich langsamer, weil die ja eigentlich für PDAF gemacht sind, aber wer nicht gerade Sport oder Wildlife damit machen will ist da gut aufgehoben.

Mit den Adaptern (MC-21 und Nikon G auf L-Mount) kommen auch bezahlbare und kompaktere Objektive in Reichweite. Das Tamron 17-35mm f2,8-4 Di OSD ist ab Blende f8 absolut für den 47MP Sensor geeignet. Da ich es für Landscshaftsfotos einsetzen will, ist das also völlig unkritisch. Auch die ersten Versuche im HiRes sahen absolut Top damit aus.

Sicher kann man mit den allermeisten Kameras heute 95% der Bildsituationen bewältigen, aber die Grenzen werden weiter verschoben und neue Technik macht genau diese Grenzbereiche nutzbar.

Mal ein paar Beispiele (teils Testshots für die ISO-Einordnung, jetzt wisst ihr was es so zum Abendbrot gab….) :